Lech und Malsche
Hier finden sich zwei große Köpfe mit Durchblick des Künstlers Jürgen Goertz, die sich aus der Ferne anhimmeln. Für „Lech“ stand der Fluss Lech Pate. Schädeldecke und Stirn sind wellenartig ausgeformt, Treibgut wird zum Haar, der Hinterkopf mutiert zur Welle. Die Augen schimmern tränenverhangen, die durchbrochene Nase endet in einer Muschelspitze und taucht in die weiche Oberlippenwelle. Der Mund schlürft Flüssiges, ein Ohr hört das Geräusch des fließenden Wassers, der Sockel ist gekerbt, bildet das Flussbett für den Wasserkopf und die Gießkannenbrause besiegelt die geschlechtliche Seite des Wassermannes.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet, hört man die sanften Wellen eines Flusses regelrecht schwappen. Bei „Malsche“ strafen Proportionsverzerrungen gängige Schönheitserwartungen: wulstige Aufwerfungen und tiefe Schluchtungen stören die vertraute Massenordnung, Ohren sind nach unten verrutscht, Nasen wurden zu offenen Brücken zwischen Stirn und Lippen, Augen sind aus der Symmetrie gerate
⏖ Johann-Sebastian-Bach-Platz 91522 Ansbach